Villa Krämerstein – ein verstecktes Kleinod

Die Villa Krämerstein ist umgeben von einem schönen, öffentlichen Park. Dieses weitläufige Gelände kennen wahrscheinlich viele als Badezugang zum See. Mit dem 21iger Bus kann man vom Zentrum Horw alle halbe Stunden und in weniger als zehn Minuten zum Krämerstein fahren. Ein wirklich grossartiges Angebot der Gemeinde an ihre Bürgerinnen und Bürger.

So schön die Villa und das Pförtnerhaus sind, so kostenintensiv sind sie auch. Jetzt bedürfen die Gebäude dringend einer Renovation, das Budget weist dafür 3,4 Mio. Franken aus. Im laufenden Jahr werden die Räume als Schulzimmer zwischengenutzt. Danach aber stellt sich die Frage: Was macht man mit den Räumen? Die Ideen des Gemeinderates erschöpfen sich darin, einen Mieter zu finden, der einen kostendeckenden Zins bezahlt. Bis heute scheint sich keiner gemeldet zu haben und es ist fraglich, ob sich ein solcher finden lässt. Wenn jemand eine Liegenschaft besitzt, die schwierig zu vermieten ist, wird der Zins so weit gesenkt, bis ihn ein Mieter akzeptiert. Das bedeutet: Mit Steuergeldern wird ein privater Mieter subventioniert.

Wäre hier eine Vorwärtsstrategie nicht sinnvoller? Wenn der Steuerzahler diese unrentable Schönheit schon besitzt und unterhalten muss, dann soll dieser Beitrag sich auch lohnen. Die Motion „Nutzungskonzept Krämerstein“ der L20 verlangte, dass der Gemeinderat einen externen professionellen Berater beiziehen und einen Wettbewerb für ein überzeugendes und tragfähiges Betriebskonzept für die Gebäude ausschreiben soll. Die Suche nach einer klugen Nutzung der Gebäude in Übereinstimmung mit dem Umschwung der Liegenschaft Krämerstein für die ansässige Bevölkerung ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Hier sollen Profis in dieser Branche ans Werk: Gefragt sind kreative Ideen. Ein Wettbewerbsverfahren könnte auch eine breitere Öffentlichkeit auf das Potential aufmerksam machen.  

Der bürgerliche Teil des Rates hatte für Kreativität kein Musikgehör und keinen Sinn für Innovation. Stattdessen geht man jetzt das Risiko ein, nächstes Jahr einen unvorteilhaften Mietvertrag mit einem Privaten eingehen zu müssen. Möglicherweise mit eingeschränktem Zutritt und exklusiver Bewirtschaftung. Wir meinen, es wäre für den Steuerzahler besser, statt wie bis jetzt 13 Franken pro Kopf allein für den Zugang und Unterhalt des Parks zu bezahlen, vielleicht 20 -30 Franken im Jahr zusätzlich auszugeben und Räume für Ausstellungen, Theater, Musik, ein Restaurant oder was auch immer an einem der schönsten Plätze der Gemeinde Horw zu gewinnen. Eine Aufwertung für die ganze Region. Etwas worauf Horwer und Horwerinnen stolz sein können.