Seit ein paar Wochen fällt Leonie im Kindergarten auf; ihr Verhalten gegenüber anderen Kindern ist aggressiv und sie schlägt, scheinbar grundlos andere Kinder. In einer solchen Situation nimmt die Lehrperson Kontakt mit der Schulsozialarbeiterin auf. Diese kommt in den Unterricht und beobachtet dieses Kind und die ganze Gruppe. Sie verschafft sich so einen Überblick und kann das weitere Vorgehen planen. In mehreren Gesprächen stellt sich
heraus, dass es zu Hause grosse Schwierigkeiten gibt. In der Folge finden auch Gespräche mit der Mutter statt, und es wird möglich, für die Familie eine Unterstützung zu organisieren. Mit Leonie bleibt die Schulsozialarbeiterin weiterhin in Kontakt und trainiert mit ihr entsprechende Konfliktstrategien. Da die ganze Kindergartengruppe von diesem Verhalten betroffen ist, ist es wichtig, Lösungsstrategien für alle zu finden, die ein gutes Zusammenleben in dieser Lerngruppe wieder möglich machen. Die Kinder lernen mit Konflikten umzugehen und dies heisst auch Prävention.
Unsere Lebenswelt ist komplexer und vielschichtiger geworden, Werte, Haltungen und Verhalten wandeln sich rasch. Kinder und Jugendliche wachsen heute oft unter schwierigen Bedingungen auf. Sie sind mit Spannungen und Problemen in ihren Familien konfrontiert, oder es fehlt ihnen an Halt und Unterstützung.
Auf mangelnde Orientierungsstrukturen reagieren schon kleine Kinder und Primarschulkinder mit verschiedenen Formen von Anpassungsschwierigkeiten. Die Verhaltensauffälligkeiten die dadurch entstehen, sind zunehmend früher erkennbar, komplexer und stärker ausgeprägt. Die Schule ist oft der erste Ort, wo ausserhalb der Familie etwas von dieser Not sichtbar wird.
2008 hat der Einwohnerrat eine Stelle für Schulsozialarbeit Kindergarten und Primarschule mit einem Pensum von 100% für 3 Jahre beschlossen.
Ziel der Schulsozialarbeit ist, das persönliche, schulische und soziale Wohlbefinden der Schülerinnen und Schüler zu verbessern und gleichzeitig die Lehrpersonen in ihrer Arbeit zu unterstützen.
Die Evaluation der Versuchsphase zeigt die vollumfängliche Akzeptanz dieser eigenständigen Fachstelle. Sie wird von allen beteiligten Personen als äusserst wertvoll und wichtig wahrgenommen. Niederschwellige, frühzeitige fachliche Beratung und Begleitung verhindern kostenintensivere Massnahmen und entlasten Familien und Lehrpersonen.
Es müssen entsprechende Stellenprozente zur Verfügung stehen, damit die Bereiche Früherkennung, Prävention und Beratung/Behandlung angemessenen in der Schulsozialarbeit Platz finden.
Die Schulsozialarbeit auf allen Stufen bedeutet eine Qualitätssteigerung für die Horwer Schule.
Die L20 hofft, dass der Einwohnerrat dieses zukunftsweisende Projekt an der letzten Einwohnerratssitzung gutgeheissen hat.
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