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Den Nutzen für wenige - den Schaden für alle

Der von der Migros heimlich geplante Golfplatz auf der Horwer Halbinsel ist wie der Wolf im Schafspelz. Golfplätze werden als hübsch gestaltete Landschaften, mit tollen Wanderwegen und erfreulichen Naturräumen angepriesen. Der Golfplatz Horw werde für die Golfer, die Bevölkerung, die Landwirtschaft und die Natur das Beste sein - angeblich. Doch der Wolf hat Kreide gefressen. Nur die Migros und einige wenige Golferinnen und Golfer werden profitieren, für alle anderen bleibt der Schaden.

 

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Hier einige Beispiele:
- Beim Bau von Golfplätzen werden riesige Mengen Erde verschoben. Aus einem flachen Gelände wird eine Hügellandschaft gemacht, oder umgekehrt werden ganze Bodenschichten abgetragen, um störende Hügel zu beseitigen. Diese Baggerarbeiten betreffen eine durchschnittliche Golfplatzfläche von rund 500 000 Quadratmetern. Aus der ursprünglichen Landschaft der Horwer Halbinsel - einer Landschaft von nationaler Bedeutung - wird eine künstlich gestaltete Freizeit- und Vergnügungsanlage entstehen.

- Die Landschaft ist ein öffentliches Gut und sollte nach Bundesverfassung allen zugänglich sein. Ein Golfplatz privatisiert jedoch riesige Flächen. Aus Sicherheitsgründen werden Spaziergänger ausge-sperrt. Wanderwege führen aussen herum. Die Bevölkerung der Agglomeration Luzern mit 180 000 Einwohnern wird eines weiteren siedlungsnahen Erholungsgebietes beraubt, nachdem schon der Dietschiberg den Golferinnen und Golfern gehört.

- Der Golfplatz dient nicht der Bevölkerung von Horw, auch wenn er als Public-Golf daher kommt. Anders ist es nicht zu erklären, weshalb 260 Parkplätze gebaut werden. Horwer Golfer wohnen so nah, dass sie zu Fuss oder mit dem Bus kommen könnten. Für sie müsste kein einziger Parkplatz gebaut werden. Aber die Golf-Caddies aus Zürich, Basel, Bern und Süddeutschland müssen per Auto mitten in die Erholungszone der Horwerinnen und Horwer gekarrt werden. Etwas Lärm und Gestank für uns - das Vergnügen für andere.

- Entgegen den Aussagen der Migros-Golf-Promotoren und Golffreunden der Horwer FDP bringt der geplante Golfplatz auf der Horwer Halbinsel keinen ökologischen Gewinn. Reich strukturierte Landschaften wie die Halbinsel sind seit langem schon ein Paradies für Tiere und Pflanzen. Sie können mit einem Golfplatz nicht aufgewertet, sondern nur zerstört werden. Für eine echte ökologische Aufwertung in einer sensiblen Landschaft wie die Horwer Halbinsel braucht es ein ökologisches Vernetzungskonzept, welches das gesamte Gemeindegebiet von Horw umfassen würde.

- Es ist auch nicht so, dass die Horwer Halbinsel kurz davor steht, überbaut zu werden und der Golfplatz das kleinere Übel sei, das nun leider hingenommen werden müsse. Das betroffene Gebiet ist im Zonenplan als Landwirtschaftsgebiet ausgeschieden. Bei jeglicher Nutzungsänderung hat deshalb das Stimmvolk das letzte Wort.

- Der Golfplatz auf der Horwer Halbinsel ist nicht nötig. Der Luzerner Golfplatz Sörenberg/Flüeli kämpft ums Überleben. Ohne staatliche Zuschüsse, also Steuergeldern hätte er bereits vor einem Jahr geschlossen werden müssen. Grund: zu wenig Golferinnen und Golfer. Wen wunderts. Die Schweiz hat im Vergleich mit den Nachbarstaaten mit über 55 Plätzen die höchste Golfdichte pro Landfläche.

 

"... eine Öffnung der Landwirtschaftszone für nicht landwirtschaftliche Zwecke ist auf der Halbinsel und am Pilatushang nicht erwünscht." Dies nahm sich der Horwer Gemeinderat vor zwei Jahren in seinem "Leitbild zur räumlichen Entwicklung" vor. Nach so kurzer Zeit scheint er seine Grundsätze vergessen zu haben. Seit über einem halben Jahr ist bekannt, dass die Migros ein Golfplatz plant, doch ausser einiger im vergangenen Sommer ausgesprochenen Worthülsen, hat die Bevölkerung vom Gemeinderat noch nichts gehört. Seit der Abstimmung zum Dorfkern ist es augenfällig. Nicht die Mitglieder der Exekutive führen Horw, sondern die CEO's der Grossverteiler.

In vertraulichen Gesprächen mit den Landbesitzern und Bewirtschaftern auf der Halbinsel bereitet die Migros das Terrain finanziell vor. Und natürlich wird den Landwirten auch das Märchen erzählt, der Golfplatz sei ihre einzige Chance wirtschaftlich zu überleben. Dass die neue Landwirtschaftspolitik des Bundes auch noch andere Möglichkeiten bietet, wird verschwiegen. Wie sonst wäre es zu verstehen, dass die Horwer Bauern grosszügig auf landwirtschaftliche Beiträge verzichten, die ihre Kollegen in anderen Gemeinden erhalten. In den Zürcher Gemeinden Rüti, Gossau und Fischental haben sich Gemeinderat und Bauern gemeinsam dafür eingesetzt, dass die Bundesbeiträge der seit 2001 geltenden Ökoqualitätsverordnung fliessen. In Horw werden die Landwirte im Regen stehen gelassen.

<b>Die Halbinsel ist zu wertvoll für die Horwer Bevölkerung, als dass sie einem einzigen Nutzerkreis, den Golfern, zur Verfügung gestellt werden kann. Wir rufen dazu auf, in nächster Zeit Augen und Ohren offen zu halten und zu beobachten, wie das Projekt Golfplatz vorangetrieben wird. Dem Gemeinderat legen wir ans Herz, seine eigenen Leitbilder aktiv weiterzuverfolgen, die Bauern aktiv zu unterstützen und sich der bisherigen Volksabstimmungen zur Halbinsel zu erinnern!</b>