Grämlishof – Wie weiter?

Vielfältig. So zeigt sich der Grämlishof im Herzen der Horwer Halbinsel. Ein Naherholungsgebiet mitten in Horw, ein Erlebnispark für Schüler und Lehrpersonen, ein Spaziergang für Betagte des Kirchfelds, sogar ein Quartierlädeli für vergessene Eier, Früchte oder frische Milch. Und im Zentrum des Hofs steht eine Bauernfamillie mit viel Herz, Schaffenskraft und Offenheit. Seit nun 46 Jahren lebt die Familie Heer auf und für den Grämlis. Und für weit mehr als zwei Generationen hängen viele Emotionen an diesem Bauernhof.

In der Medienmitteilung vom 21. Februar 2017 wurde die Horwer Bevölkerung darüber Informiert, dass die Familie Heer den Pachtvertrag aus Altersgründen gekündigt hat. Der Gemeinderat kündigte weiter an, dass der Hof nicht mehr bewirtschaftet und die Landwirtschaftsflächen an umliegende Betriebe verpachtet werden. Gestützt wird der Entscheid durch eine Studie des Berufsbildungszentrum Natur und Ernährung (BBZN) des Kantons.

Für die L20 steht nicht nur die Wirtschaftlichkeit des Betriebes im Zentrum der Betrachtung sondern auch der Nutzen der gemeindeeigenen Liegenschaft für die Bevölkerung. Dieser liegt in den vielen von der Familie Heer aufgebauten Angeboten. Zusätzlich sind innovative Konzepte gefragt, welche einen Bauernbetrieb langfristig überlebensfähig machen. Die Schule auf dem Bauernhof soll weitergeführt werden. Der Grämlishof zeigt den Kindern den Bauer bei der Arbeit mit den Tieren, es riecht nach Stall und am Ende dürfen sie gleich selbst beim Mosten Hand anlegen. Kinder in urbanen Gebieten sollen eine Beziehung zu den Bauern und den hergestellten Lebensmittel aufbauen können. Der Grämlishof bietet mit seiner geografischen Lage ein idealer Ausgangspunkt für kreative Ideen und Konzepte, wie sie schon von der Familie Heer gelebt wurde.

Eine zusätzliche Möglichkeit zeigt sich beim Landstück zwischen Kastanienbaumstrasse, Roggernstrasse und dem Felmismoosweg. Dieses zweiseitig an Wohngebiete grenzende Grundstück mit Teichen und der idyllischen Baumgruppe hat eine spezielle Lage als Verbindung zwischen Siedlung und Landwirtschaftsgebiet. Hier bietet sich eine grosse Chance für eine Attraktivitätssteigerung derHalbinsel selbst. Es kann mit geringenem Aufwand für die Nah- und Nächsterholung aufgewertet, aber auch – anstelle des Parkplatzes Längacher – als Ausgangspunkt für die Wanderungen auf der Halbinsel genutzt werden. Das Gebiet beim Minigolf eignet sich für Kurzspaziergänge aus den angrenzenden Quartieren oder auch als Ziel vom Pflegeheim Kirchfeld aus.

Die L20 fordert, dass die Weiternutzung des Grämlishofs als Ganzes geprüft wird. Der Gemeinderat soll ein Pflichtenheft zum Wirtschaften auf dem Grämlis unter Einbezug der Interessen der Bevölkerung erstellen und damit einen neuen Pächter suchen. Ein gesamtheitliches Konzept ist gefragt. Ein Konzept nach Gusto des Grämlishofs. Vielfältig.