Claudia Röösli

Claudia Röösli stellt sich am 19. Mai in Horw zur Wahl in den Gemeinderat. Wer ist die Frau, die seit langem in der L20 politisiert und nun das Amt von Oskar Mathis übernehmen will?
Wer Claudia Röösli kennenlernt, ist bald angetan von ihrer Bodenständigkeit. In ihrem ausgepräg-ten Entlebucherdeutsch sagt sie gerade heraus, was sie denkt. Und was sie sagt, ist fundiert, zeugt von Erfahrung und Wissen im Gesundheitsbereich, der für den Laien weitgehend undurchsichtig geworden ist. Und man glaubt ihr, dass sie ihre breiten Kenntnisse gerne in der Horwer Sozial- und Gesundheitspolitik einbringen möchte. Das ist ihre Welt, in der sie politisch verwurzelt ist.
Seit 2012 ist Claudia Röösli für die L20 im Einwohnerrat, ist aktuell dessen Vizepräsidentin und ver-tritt stets eine klar links-grüne Position. Sie ist unkompliziert, aber geradlinig, stellt immer den Men-schen in den Mittelpunkt und setzt sich für nachhaltige Lebensqualität ein. Diese beginne bereits mit einer bezahlbaren Kinderbetreuung, welche die Familie ergänzt. «So haben alle Kinder faire Chancen auf eine angemessene Ausbildung», sagt sie. Claudia Röösli will im Gewerbe den Bran-chenmix und mit bezahlbaren Wohnungen eine gesunde soziale Durchmischung in Horw erhalten. Konsequenterweise ist sie gegen eine Steuersenkung, weil das meistens auf Kosten der Ausbil-dung gehe und schliesslich auch das Gesundheitswesen darunter leide. Sie hält fest: «Selbstbe-stimmtes Wohnen im Alter sowie der Zugang zu einer qualitativen Gesundheitsversorgung für alle muss mit zusätzlicher Betreuung und dank ambulanter und stationärer Pflege gewährleistet blei-ben.»
Wichtig in der Horwer Politik sind für Claudia Röösli der Zugang zum See und die vielfältigen Natur- und Grünzonen. Sie machen die einzigartige Landschaft von Horw zu einem Naherholungsgebiet für alle. Vorausgesetzt sind aber eine sorgfältige Planung sowie ein sensibler Umgang mit der Na-tur. «In Luzern Süd wird in Zukunft noch viel gebaut und es entsteht ein urbaner Raum.» Claudia Röösli ist überzeugt, dass in diesem Entwicklungsprozess die aktive Mitgestaltung der Gemeinde wichtig ist, um den nötigen Sozialraum sowie eine ökologische Vernetzung zu sichern und damit die hohe Lebensqualität in Horw zu erhalten.
Claudia Röösli sucht im Amt einer Gemeinderätin mit bald 55 Jahren eine neue Herausforderung. «Nicht, dass mir mein Job verleidet wäre – im Gegenteil, aber mich reizt, mit meinen Vorausset-zungen nochmals etwas Neues anzupacken», meint sie. Aus ihrer bisherigen Tätigkeit als Qualitäts-prüferin bringt sie Führungserfahrung mit und kann gut mit Menschen umgehen. Dabei sei ihr die Biografie eines Menschen wichtig: woher er komme, wie er denke, was er bereits erlebt habe. «Eine wertschätzende und konstruktive Haltung ist mir sehr wichtig», betont sie. Nur so sei es mög-lich, gemeinsam Ziele zu erreichen.
Die Ausbildung in der Pflege, ihre Tätigkeit sowohl in stationären Einrichtungen – in Spitälern und Heimen – als auch im ambulanten Bereich sowie spezifische Weiterbildungen im Gesundheitswe-sen zeichnen die Kandidatin für das Amt einer Sozialvorsteherin aus. Ein vielschichtiges Master Stu-dium an der Fachhochschule St. Gallen in Wound Care, das unter anderem Care Management, Ge-sundheitspolitik, Projektmanagement, Erstellen evidenzbasierter Konzepte, forschungsgestützte Evaluation, Patienten- und Angehörigenedukation und einiges mehr umfasste, verleihen Claudia Röösli umfassende fachliche Kompetenzen.
Die Spitex, wo Claudia Röösli gegenwärtig arbeitet, ist eine ausgeprägt weibliche Branche, der Ge-meinderat hingegen ein klar männerdominiertes Kollegium. Auf die Frage, ob es besonderen Mut brauche, in dieses Gremium einzusteigen, antwortet sie lachend: «Mut braucht dies nicht – aber weibliches Geschick darf auch in einem Gemeinderat nicht fehlen!» Aufgewachsen ist sie gleichbe-rechtigt mit zwei Brüdern und zwei Schwestern, und in ihrer eigenen Familie – sie hat eine Tochter und zwei erwachsene Söhne – waren die Männer in der Überzahl. Deshalb kenne sie deren Hal-tungen und mute sich einen souveränen Umgang mit Männern zu, fügt sie an.