Blickpunkt Februar 2026
- L20

- 20. Feb.
- 2 Min. Lesezeit
Friedhof als Ort für Erinnerung, Begegnung und Mitgefühl
In der Februarsitzung hat der Einwohnerrat den Sonderkredit Sanierung und Umgestaltung Friedhof Etappe 1 beraten. Das Projekt überzeugte die Fraktion L20 / Junge L20 durch die sorgfältige Planung und den respektvollen Umgang mit dem denkmalgeschützten Werk von Willi Neukom. Der Studienauftrag mit fünf hochstehenden Eingaben zeigt, dass die Gemeinde diesen besonderen Ort mit der nötigen Ernsthaftigkeit und Offenheit weiterentwickeln will. Der Friedhof ist weit mehr als eine historische Anlage. Er liegt im Herzen unseres Dorfes und ist ein öffentlicher Raum mit grosser Bedeutung für viele Menschen. Die geplante Umgestaltung trägt diesem Umstand Rech nung: Der Friedhof soll sich von einem ausschliesslichen Ort der Stille zu einem zeitge mässen Erinnerungs und Begegnungsraum entwickeln. Neue Aufenthaltsmöglichkei ten, mehr Offenheit und – in einer späteren Etappe – eine Begegnungszone mit Spiel platz verleihen der Anlage Parkcharakter. Damit wird der Friedhof inklusiv, generatio nenübergreifend und stärker im Alltag ver ankert, ohne seine Würde zu verlieren. Die L20 / Junge L20 begrüsst insbesondere den geplanten Spielplatz, der gemeinsam mit dem Quartierverein Oberdorf entwickelt wurde. Die Begegnungszone am Rand des Friedhofs schafft einen sensiblen Übergang zwischen Trauerraum und Leben. Auch die Realisierung eines sicheren Schulwegs zur Hofmatt macht den Friedhof zu einem Teil des lebendigen Dorfgefüges.
Angesichts der Kosten von insgesamt rund 5,9 Millionen Franken für alle Etappen erwartet die L20 / Junge L20, dass bei zukünftigen Projekten für Schulen sowie Spiel und Begegnungsräume für die Lebenden dieselbe planerische und finanzielle Sorgfalt angewendet wird. Kritisch angemerkt hat die Fraktion L20 / Junge L20 ausserdem, dass im Vorprojekt ein Ort für Sternenkinder fehlt. Dieser Wunsch nach einem Platz für Kinder, die vor der Geburt gestorben sind, kam aus der Bevölkerung und wurde in der Mitwirkung mehrfach geäussert. Deshalb hat die L20 / Junge L20 beantragt, ein Engelsgrab vorzusehen. Dieser Antrag wurde erfreulicherweise von allen Fraktionen unterstützt: Der Einwohnerrat hat diesen Antrag mit 28 von 29 Stimmen angenommen. Ein Engels grab stigmatisiert nicht – im Gegenteil: Es gibt betroffenen Familien einen würdevollen, geschützten Ort des Abschieds und setzt ein wichtiges Zeichen der Enttabuisierung. Es unterstreicht, dass der Verlust nicht «bloss ein medizinisches Ereignis» war, sondern ein biografischer Bruch.





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