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Blickpunkt Mai 2026

  • Autorenbild: L20
    L20
  • vor 2 Stunden
  • 2 Min. Lesezeit

Busbahnhof Horw: Worte reichen nicht


Mit der Überarbeitung des Bebauungsplans Zentrumszone Bahnhof – Teil Ost werden Dichte, Gebäudehöhen und Nutzungen neu geordnet. Vieles in Bezug auf Verdichtung, Freiräume, Klimaanpassung und öffentlichen Raum ist gelungen. Doch ausgerechnet dort, wo Horw am stärksten steuern könnte, bleibt die Vorlage unverbindlich: Für bezahlbaren beziehungsweise gemeinnützigen Wohnraum fehlen klare Zielwerte, Mietzinsvorgaben und Mindestanteile.


Das erstaunt. Die Gemeinde hält auf ihrer Website zur Förderung von preisgünstigem Wohnraum fest, dass sie sich für den Erhalt und die Schaffung preisgünstiger Wohnungen engagiert. Sie verweist auch darauf, dass Bebauungs- und Gestaltungspläne einen Anteil an preisgünstigen Wohnungen festlegen können – dauerhaft für diesen Zweck. Genau diese Möglichkeit muss am Bahnhof genutzt werden. Für die L20 ist dies seit Jahren ein zentrales Anliegen: Gemeinde- eigener Boden soll nicht einfach verwertet, sondern im Interesse der Bevölkerung eingesetzt werden.


Gerade deshalb ist es entscheidend, dass Horw seine Rolle als Grundeigentümerin ernst nimmt. Im Gebiet Bahnhof Ost und Bushof besitzt die Gemeinde Teilparzellen und konnte die Entwicklung wesentlich mitprägen. Wenn der Gemeinderat nun auch Verkäufe in Betracht zieht, droht Horw ein zentrales Steuerungsinstrument aus der Hand zu geben – zugunsten kurzfristiger Einnahmen und zulasten künftiger Generationen.


Zur Wohnraumfrage kommt die Nutzung im Erdgeschoss. An bester ÖV-Lage braucht es nicht einfach noch mehr Büros und Coiffeur- respektive Barber-Angebote. Ein Zentrum lebt von Nutzungen, die dem Quartier dienen: Nahversorgung, publikumsorientierte Angebote, soziale und kulturelle Treffpunkte, Kleingewerbe oder Dienstleistungen mit echtem Mehrwert für die Bevölkerung. Auch hier muss die Gemeinde prüfen, wie sie die Entwicklung über Vorgaben, Verträge oder Baurechte mitsteuern kann.


Gemeindeland in bester Lage darf nicht leichtfertig verkauft werden. Baurechte sollen der Regelfall sein, verbunden mit klaren Vorgaben zu bezahlbaren Mieten, gemeinnützigem Wohnraum und quartierdienlichen Nutzungen. Sonst entsteht am Bahnhof nicht das durchmischte Zentrum, das Horw braucht, sondern ein weiterer teurer Hotspot.


Die Frage lautet deshalb: Will Horw seine eigenen Ziele ernst nehmen – oder nur auf der Website gut aussehen?

 
 
 

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